[Wiewol ist mir in deinen Armen]

Wiewol ist mir in deinen Armen
Lisille / du mein ander Ich?
All Sorgen / Kümmernüß und Harmen /
All Hertzeleyd verstecken sich /
Wann du so freundlich mich umbfast /
Und an dein Hertz geschlossen hast.

Laß nur die wilden Winde wehen /
Ob gleich das Wetter stürmisch ist /
Doch kan mein Mund auff Rosen gehen /
Wenn er dein zartes Mündlein küst /
Das immer schön und roth außsieht /
Und mitten in dem Winter blüht.

Der Winter mag mit Schnee und Reiffen /
Mit Eyß und Frösten auff uns ziehn /
Wann gleich die rauhen Lüffte pfeiffen /
So fürcht ich mich doch nicht für ihn.
Der Winter wüte wie er will /
So ist umb mich der Himmel still.

Ich weyde mich in deiner Liebe /
Und werde deiner doch nicht satt.
Jemehr ich mich im Lieben übe /
Je mehr mein Hertz Begierden hat.
O daß ich doch ein weites Meer
Voll unergründter Liebe weer!

So müssen meine Jahr verfließen
Mit dir / du liebstes Hertze du!
In deinen Armen will ich schliessen
Das Leben und die Augen zu.
In deiner Liebe soll allein
Nechst Gott mein letztes athmen seyn.

Johann Thomas

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